Westernpferde sind anders geritten, wie die der englischen Disziplinen (Dressur und Springen). Sie werden schon in der Ausbildung daran gewöhnt, dass sie in totaler Durchlässigkeit laufen. Das bedeutet, dass sie sehr leicht an den Zügelhilfen stehen. Dies nennt man „Neck Rain“, sie laufen also quasi zwischen den Zügeln. Um zu lenken, wird der Zügel leicht an den Hals des Pferdes gelegt, und schon weiß es, in welche Richtung es laufen muss. Also wenn der Zügel rechts an den Pferdehals gelegt wird, so wendet es nach links ab. Es kommt zu keinerlei Einwirkung im Maul, wie es bei anderen Reitweisen oft der Fall ist. Natürlich kommen auch hier die Gewichtshilfen dazu, aber in der Westernreiterei wird grundsätzlich auf Impulse gesetzt. Der Reiter gibt einen Impuls und das Pferd führt diesen aus. Auch das ist ein Unterschied, der diese Reitweise von anderen unterscheidet.
Westernreiter werden oft mit blanken Kandaren in Verbindung gebracht. Dies ist in der Tat die höchste Ausbildungsstufe, jedoch wird dies mit weicheren Gebissen vorbereitet, ähnlich wie in der Dressur. Begonnen wird mit einfach oder doppelt gebrochenen Gebissen, ähnlich den Wassertrensen. Diese heißen hier „Snaffle Bit“. Diese bekommst du bei uns zum Beispiel von der Firma HKM. Danach geht es weiter mit den ersten Gebissen, die eine Hebelwirkung haben. Also Kandaren mit kurzen Anzügen, sogenannte „Baby Bits“. Dann wird, je Ausbildungsstand, ein Gebiss mit längeren Anzügen gewählt. Diese Westernkandaren habe wir zum Beispiel von der Firma Mikmar für dich.
Da das Westernpferd lernt, direkt auf das Annehmen des Zügels mit nachgeben zu reagieren und kein wirklicher oder permanenter Druck auf das Pferdemaul ausgeübt wird, ist der Gebrauch ohne Unterlegtrense möglich.
Neben einem passenden Gebiss benötigst du eine Trense und auch einen Westernsattel. Auch spezielle Westernbekleidung kann sinnvoll sein. Dies alles bekommst du natürlich auch bei uns. Schau dich am besten in Ruhe um und suche dir aus, was dir gefällt.